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Geburt von Baby Paula am 22.11.2012

Beim Dritten ist alles anders...

 

der Spruch zog sich wie ein roter Faden durch die Zeit vom Beginn der Schwangerschaft bis zur Geburt.

Die Schwangerschaft habe ich diesmal erst in der 9. Woche erfahren und mir auch schon zeitig Gedanken über die Geburt gemacht.

Eigentlich wollte ich eine Hausgeburt. Aber es ist gar nicht so einfach, dafür eine Hebamme zu finden.

Von dem Geburtshaus habe ich durch eine Freundin erfahren. Wir haben uns dann zum Infoabend angemeldet und von da an gabs für mich keinen Zweifel, dass ich die Geburt genau da möchte und nirgendwo anders.

Bei Freunden und Verwandten traf ich mit diesem Plan auf Skepsis."Keine Schmerzmittel und dann auch noch gleich wieder heim nach der Geburt," war der Kommentar, den ich am häufigsten zu hören bekam. Es war unverständlich auch für viele, die schon Kinder haben.

Meine einzige Sorge war, dass es zu früh losgehen könnte, weil der Muttermund schon ein kleines bisschen offen war und meine anderen beiden Kinder auch vor Termin geboren wurden. Als es soweit war, dass eine Geburt im Geburtshaus möglich war, schonte ich mich auch nicht mehr. 2 ½ Wochen vor Termin hatte ich abends Wehen, die allerdings nach 2 Stunden wieder weg waren...so etwas kannte ich noch nicht...die anderen beiden Kinder sind ziemlich schnell auf die Welt gekommen ;-) Also hieß es weiter warten.

Ca  1 1/2 Wochen vor Termin wieder das gleiche (nach einem langen Spaziergang und einem Tee, der Wehen anregend sein soll). Abends halb neun (nach einem anstrengenden Tag) begannen wieder Wehen. Nach 2 Stunden rief ich Tamar an und entschied mich trotz dass die Wehen nicht stärker wurden, nach Annaberg zu fahren. Immerhin hatten wir ne knappe Stunde Anfahrt. Mit meiner Mutter und meinem Mann fuhr ich also los.

In Annaberg angekommen, waren die Wehen immer noch nicht stärker. Tamar hatte schon alles wunderschön hergerichtet. Wir sind dann ca 3:00 nochmal eine Runde in Annaberg spazieren gegangen und haben danach noch 2 Stunden geschlafen. Zum Morgen wurden die Wehen dann endlich stärker um kurz darauf wieder schwächer zu werden...es war zum Verzweifeln.

Nach nun schon 27 Stunden auf den Beinen und davon 12 Stunden Wehen hatte ich mich ziemlich satt. Als Tamar dann sagte, dass das keine günstige Zeit für ein Abflauen der Wehen sei und wir die Möglichkeit hätten, die Gästewohnung zu nutzen und abends wieder runter zu kommen, durchfuhr mich so ein Schreck, dass die Wehen plötzlich wieder stärker wurden.  Meine beste Freundin kam dann so gegen 10:00 auch noch nach und die Runde war komplett.

Tamar hat sich mit uns unterhalten als würde wir uns schon ewig kennen. Wir haben viel gelacht. Das half mir sehr über die Schmerzen hinweg.

Als dann endlich die Presswehen einsetzten, war ich froh, es bald geschafft zu haben, hatte aber auch Angst, dass die Kraft nicht mehr reichen würde. Als erste Geburtsposition versuchte ich den Gebärhocker, aber schon nach einer Wehe merkte ich, dass das gar nichts für mich ist. Den hatten wir probiert, weil ich von der Geburt so viel wie möglich mitbekommen wollte. Ich wollte gern im Spiegel schaun wie Paula zur Welt kommt und selbst mit anfassen bei der Geburt. Aber nach dem Versuch auf dem Gebärhocker wollte ich mich einfach nur noch legen. Tamar meinte aber, dass es im Liegen wahrscheinlich länger dauert und ich mich besser knien sollte um die Schwerkraft mit zu nutzen. Mein Mann und meine Mutter hatten voll zu tun, mich aufrecht zu halten. Aber zum Glück hat es dann nicht viele Wehen gebraucht, um unserem kleinen Sonnenschein ins Leben zu helfen. Ich wollte es dann auch einfach nur noch hinter mir haben und so wurde aus dem Spiegel und dem Anfassen zur Geburt nix.

Ich war überglücklich als Tamar unsere kleine Paula unter mir durchschob, so dass ich sie auch gleich sehen konnte. Nach der Geburt ging es mir erstaunlich gut. Ich habe geduscht, ne große Pizza verspeist und nach 3 ½ Stunden sind wir mit Paula heim gefahren und es hat sich alles so richtig angefühlt. Die beiden großen, stolzen Geschwister Lucie und Max haben uns schon sehnsüchtig erwartet, um das neue Familienmitglied zu Hause begrüßen zu können.

 Ich bin sehr dankbar, dass wir die Geburt so erleben durften und dass es so tolle Fotos von der Geburt gibt, die mir die Möglichkeit geben, dieses Erlebnis noch intensiver und aus einer anderen Sicht zu betrachten.

Vielen, vielen Dank an die Mädels vom Geburtshaus…Ihr seid alle Spitze! Schade dass wir von Euch nicht früher erfahren haben. Wenn ich nicht schon drei Kinder hätte, würde ich sagen - gern nochmal J

 

Liebe Grüße

Ilka Möckel

 

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