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Geburt von Baby Levi am 03.09.2011

Das schönste Geburtstagsgeschenk

Das 2.Kind kündigte sich bei uns an. Wir freuten uns sehr, denn unser Sohn Linus war aus dem Gröbsten heraus und der Wunsch nach einem Geschwisterchen kam auf (vor allem bei der Mama :)).

Wir kennen Tamar und das Geburtshaus ganz gut und so stand für uns fest dass wir wieder so eine liebevolle, ruhige und professionelle Betreuung rund um die Schwangerschaft und Geburt wollten. Unser Linus kam 2009 im Geburtshaus Crottendorf zur Welt, was wir sehr genossen. Also beteten und hofften wir auf eine normale Schwangerschaft ohne Komplikationen und auf ein richtig liegendes Kind. Alles war super. Leider mussten wir unsere Heimat im Juni verlassen und umziehen, aber wir planten alles so, dass wir ab August wieder im Erzgebirge uns für ein paar Wochen einnisten konnten. Der Geburtstermin war der 04.09.2011 und alles war perfekt geplant. Der Mama ging es ganz gut der Juli war nicht so heiß, für alle anderen doof aber für Schwangere angenehm. Doch in der 34.SSW dann der Schock. In der Nacht bekam ich heftige Seitenschmerzen, die sich bis in den Unterleib zogen. Nachdem uns Tamar am Telefon etwas beruhigt hat fuhren wir in ein Krankenhaus. Wir kannten uns in unserer neuen Umgebung noch nicht so gut aus, Familie und Freunde waren weit weg…

Im Krankenhaus wurde ein Nierenstau bei der Mama festgestellt-daher die Schmerzen.  Zum Glück keine Wehen und dem Baby ging es ganz gut. Mir wurde unter Betäubung ein Piglet(ein kleiner dünner Draht) eingesetzt, da der Nierenstau durch einen Nierenstein verursacht wurde. Damit ging man der Gefahr aus dem Weg dass in der restlichen Zeit der Schwangerschaft mir wieder so etwas passiert, denn so konnte der Nierenstein den Ausgang zum Harnleiter nicht mehr blockieren. Als die Ärzte mir ihr Vorhaben mitteilten ging mir nur ein Gedanke durch den Kopf- vorbei mit einer natürlichen Geburt im Geburtshaus- hallo Kaiserschnitt. Doch Gott sei es gedankt war dies nicht der Fall- die Ärzte waren ganz locker und versicherten mir die Möglichkeit einer natürlichen Geburt. Der Piglet sollte dann so 3-4 Wochen nach der Geburt wieder entfernt werden. Aus dem Krankenhaus heraus war ich ziemlich kaputt. Ich musste viel liegen und schlafen und konnte mich nicht so gut um Linus kümmern. Deshalb beschlossen wir eher in die Heimat zur Familie zu fahren als geplant. So genossen wir die gute familiäre Betreuung. Ich konnte jetzt öfters ins Geburtshaus zur Vorsorge fahren-was mir natürlich gefiel und ich hatte Ruhe in der Nähe meiner Hebammen und der bekannten Umgebung zu sein falls es doch eher losgehen sollte.

Eine Woche vor Entbindungstermin war dann auch endlich der Papa im Lande und so entspannte ich mich. Bei einer Vorsorgeuntersuchung stellte Tamar fest das der Muttermund schon 2-3cm offen sei. Wir hatten aber noch eine Woche Zeit. Ich freute mich und hoffte dass es vielleicht bald losgeht und ich nicht über den Termin gehen muss- denn es war langsam etwas beschwerlich geworden mit der Murmel.

Einen Tag vor meinem Geburtstag witzelten schon einige, dass vielleicht das Baby an meinem Geburtstag kommen würde. Ich fand den Gedanke erst nicht so toll aber irgendwie dann doch-wer kann schon sagen mit seinem Kind zusammen Geburtstag zu haben. Naja und so gingen wir wieder mal mit einem gespannten Gefühl ins Bett. In der Nacht zum 03.09.2011 meinem Geburtstag ging ich aufs Klo und nachdem ich wieder im Bett lag gab es einen leisen Knall in mir- die Fruchtblase war geplatzt. Sofort weckte ich meinen Mann, der viele Handtücher holen musste, denn sonst wäre alles nass gewesen. Ich rief Tamar an, die freute  sich dass es jetzt bald losgehen würde. Sie sagte wir sollen uns noch ein wenig schlafen legen und uns ausruhen – es kann noch etwas dauern ehe die Wehen losgehen. Das klang für mich nach einem Witz, denn wir konnten gar nicht ans Schlafen denken, so aufgeregt waren wir. Und als ich den Telefonhörer auflegte fingen auch schon die Wehen an. Eine Stunde später hatte ich alle 6min Wehen. Wieder riefen wir Tamar an und sie sagte, wir sollen uns dann langsam mal auf den Weg ins Geburtshaus machen.

Die Autofahrt mit 3Wehen überstanden, kamen wir dann 3:45Uhr an. Alles war perfekt vorbereitet. Es war schön warm, die Kerzen brannten, Musik lief im Hintergrund und wir konnten es uns im gelben Wunschraum gemütlich machen. Aline kam auch schon und so war meine Betreuung perfekt. Die Wehen waren noch zum Aushalten und so unterhielten wir uns, machten Witze, redeten über die 1. Geburt und beteten zusammen. Doch schon bald musste ich mich aufs Veratmen der Wehen konzentrieren und bekam nicht mehr so viel mit. Tamar und Aline schlugen mir verschiedene Gebärpositionen vor, damit die Geburt voran geht und die Schmerzen erträglicher wurden. Auch einfach mal eine Hand zum Halten boten sie mir an. Es ging dann alles sehr schnell und so kam unser kleiner Schatz um 7:19Uhr zur Welt. Mit einem lauten Schrei begrüßte er uns und wir waren tief berührt. In diesem Moment begriff ich welch wunderschönes Geburtstagsgeschenk ich im Arm hielt, wohl das schönste Geschenk was ich je bekommen habe. Eine Freundin von mir schrieb mir in meine Geburtstagskarte: „Gott hat wirklich Humor, euch an deinem Geburtstag einen Sohn zu schenken“ –das fanden wir auch. Wir kuschelten und bestaunten unser kleines Wunder. Tamar und Aline wollten uns in Ruhe lassen, doch ich drängte die Beiden dazu, bei mir nachzuschauen ob ich viel gerissen bin, denn bei meiner ersten Geburt musste ich deshalb noch anschließend ins Krankenhaus zum Nähen und das war nicht so schön. Sie schauten nach und es war nicht so schlimm. Obwohl Levi mit seinen stolzen 4340g und 54cm ein prächtige Baby ist, hat Gott alles gut gemacht und die Hebammen auch denn sie wussten in welcher Gebärposition der Damm am besten geschützt bleibt und die erfahrenen Handgriffe waren auch ein Segen. Nach dem intensiven Bestaunen und Kuscheln bekam ich noch ein tolles Geburtstagsfrühstück mit Geburtstagständchen serviert. Zu was die Hebammen alles fähig sind- toll dachte ich!  Nach dem Nähen ging ich erst mal duschen. Den Babycheck meisterte Levi souverän mit großen wachen Augen und zu aller Freude kam dann auch noch unser großer Sohn Linus mit dem Opa und der Oma ins Geburtshaus um Levi zu begrüßen. Er war voll begeistert von seinem kleinen Bruder und seinen winzigen Füßen. Außerdem fand er es toll von Tamar so oft fotografiert zu werden. Es war überwältigend so viel emotionale Momente an einem Tag zu erleben. Überglücklich, müde und mit einem Baby im Auto fuhren wir in unser Domizil. Wir sind im Rückblick und jetzt wieder in der Ferne Gott so unendlich dankbar für so ein tolles Geburtserlebnis, dass wir zwei gesunde Kinder haben und das wir Tamar, Aline und Maria kennengelernt haben und die Möglichkeit hatten unser Baby im Geburtshaus zur Welt zu bringen. Es ist nämlich nicht selbstverständlich!!

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