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Geburt von Baby Josias am 12.08.2011

Da meine ersten beiden Geburten nicht ganz komplikationslos verliefen, auch die dritte Schwangerschaft mit Schwierigkeiten begann und ich außerdem schon 2 Fehlgeburten hatte, habe ich nie an eine Geburt im Geburtshaus gedacht. Aber alles kam anders: Ich erzählte den Hebammen meine Geschichten. Sie prüften und berieten meine Situation, dann teilten sie mir mit, dass eine Geburt im Geburtshaus möglich ist. Juhu – sollte mein Traum doch noch wahr werden?! Ab der 32. Schwangerschaftswoche ging ich ins Geburtshaus zu den Vorsorgeuntersuchungen. Maria, Aline und Tamar nahmen sich dafür immer ganz viel Zeit. So rückte der Geburtstermin immer näher. Uns ging es richtig gut. Der Gedanke an die Geburt machte mich voller freudiger Erwartungen. Nur ganz selten schlich sich ein trüber Gedanke ein: Was, wenn etwas nicht so gut verläuft? Nach dem der errechnete Entbindungstermin überschritten war, befolgte ich alle Tipps der Hebammen, um die Geburt anzuschieben. Am 5.Tag verspürte ich in den frühen Morgenstunden regelmäßige Wehen. Nachdem eine Stunde verstrichen war, rief ich bei Aline an, um ihr davon zu berichten. Wir vereinbarten einen Termin im Geburtshaus. Als wir eine dreiviertel Stunde später dann dort eintrafen, war zu unserer Überraschung nicht nur Aline da, sondern auch Tamar. Für uns war alles vorbereitet, die Kerzen brannten, leise Musik spielte. Als erstes wurde ein CTG geschrieben, dann der Muttermund untersucht. Das CTG war in Ordnung, der Muttermund 2-3 cm geöffnet. Aber das ist noch kein Befund, um im Geburtshaus zu bleiben. Aline riet meinem Mann und mir, noch ein wenig zu schlafen, einen schönen ruhigen Tag zu verbringen und uns abzulenken. So legten wir uns zu Hause noch einmal ins Bett und begannen am späten Vormittag den Tag zum 2.Mal mit einem gemütlichen Frühstück. Wir erledigten noch verschiedene Dinge, besuchten unsere Eltern und brachten die Kinder zu meinen Eltern, dort durften sie übernachten. Ich musste hin und wieder innehalten, verschnaufen und die Wehen veratmen. 19.00 Uhr hatten wir noch einmal einen Termin mit Maria im Geburtshaus zur Befundkontrolle. Wir erhielten ein niederschmetterndes Ergebnis – kein Fortschritt am Muttermund (immer noch nur 2-3 cm) und die Wehen waren zwar intensiver, aber die Abstände größer geworden. Nun war fast nicht mehr damit zu rechnen, dass unser Baby heute noch geboren wird. Also machten wir uns wieder auf den Heimweg, unterwegs gab es noch einen Döner als Abendessen. Immer wieder überrollte mich eine Wehe, welche schon ziemlich schmerzhaft war, aber die Abstände waren viel zu groß. Daheim versuchte ich mich auf dem Sofa zu entspannen und ein wenig zu schlafen. Aber 21.15 Uhr platzte die Fruchtblase. Ich legte mich sofort hin (der Kopf des Babys war noch nicht ins Becken gerutscht und sollte dies nun langsam tun) und rief Aline an. Sie war erfreut und sagte: „Ich habe gerade vorhin darum gebetet, dass es losgeht ehe wir ins Bett gehen oder es bis morgen wartet und wir alle noch mal Kraft tanken können.“ Aline machte sich auf den Weg, wir wollten uns bei uns zu Hause treffen. Ich sollte ja liegen. Das wurde aber zu einer Qual. Die Wehen waren jetzt so heftig und schmerzhaft und überrollten mich alle 2 Minuten. Ich bohrte meine Füße ins Sofa und biss in ein Handtuch, um nicht vor Schmerz aufzuschreien. Mein Mann rief noch mal bei Aline an und sagte ihr, dass es ziemlich heftig geworden ist. Wir machten nun als Treffpunkt das Geburtshaus aus. Endlich war die halbe Stunde vorbei und wir machten uns fertig, um loszufahren. Immer wieder musste ich pausieren, damit ich die Wehen veratmen konnte. Pünktlich, wie ausgemacht, betraten wir 22.10 Uhr das Geburtshaus. Aline begrüßte uns ganz lieb und wir gingen ins gelbe Zimmer. Als erstes sollte ich noch mal zur Toilette gehen. Aline rief inzwischen bei Tamar an, dass sie sich beeilen solle. Dann wollte sie nach dem Befund schauen. Aber auf der Toilette sitzend, überkam mich das Pressen, ich musste ganz schnell aufstehen und mich auf den Hocker setzen. Mein Mann nahm hinter mir Platz um mich zu stützen, aber 2 Wehen später sprang ich wieder auf und wollte stehen und mitpressen, auch da stützte mich mein Mann. Nun sagte Aline: „Mach nur weiter, du hast es gleich geschafft, ich seh schon das Köpfchen.“ Dann sollte ich auf die Knie gehen und mich auf Bett stützen. Mit der Hilfe von Aline und meinem Mann schaffte ich das dann auch. In diesem Moment hörten wir die Eingangstür und Tamar kam noch rechtzeitig. Sie war gerade ins Zimmer getreten, da war auch schon der Kopf unseres Babys da, 2 Presswehen später nahm Aline unser Baby in Empfang. Seit unserem Eintreffen im Geburtshaus bis hierhin waren 14 Minuten vergangen.   Nun lagen mein Mann und ich im großen Bett, bestaunten unseren Josias und waren einfach glücklich, Nach einiger Zeit durfte Papa seinen Sohn abnabeln und es kam die Nachgeburt.       Aline und Tamar ließen uns viel Zeit zu Kennenlernen. Ganz unauffällig beobachteten sie mich (ich hatte etwas mehr Blut als gewöhnlich verloren). Aber wir merkten von alle dem  nichts, erst Tage später erfuhren wir davon.      Irgendwann  durfte Papa mit seinem Sohn kuscheln, da ich noch genäht werden musste. (Tamar hat das supertoll gemacht, ich hatte nie Beschwerden mit der Naht)Nach ca. 3 Stunden wurde bei unserem Josias die U 1 gemacht. Ihm ging es gut und er war topfit. Gegen 3.00 Uhr traten wir dann glücklich zu Dritt den Heimweg an.   Wir sind so dankbar für das wundervolle Erlebnis der Geburt unseres Josias im Geburtshaus. Nie hätten wir erwartet, dass alles so schnell und gut gehen kann.

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