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Geburt von Baby Jonatan am 30.08.2013

 

Unser 3.Kind kündigte sich an. Die Freude war am Anfang etwas getrübt denn bei mir wurden in der Frühschwangerschaft die Ringelröteln festgestellt und leider hatte ich keine Immunität. Nun musste ich wöchentlich zu meiner Frauenärztin, um per Ultraschall und Doppler festzustellen ob die Ringelröteln  Auswirkungen auf unser Baby haben. Dies war ein stressiger und ängstlicher Beginn der Schwangerschaft. Es beteten viele liebe Menschen für uns  und im 5. Monat konnten die Ärzte Entwarnung geben- unser Baby war gesund und die Ringelröteln haben es nicht beeinflusst. Wir waren Gott sehr dankbar. Doch eine weitere Diagnose beunruhigte uns sehr. Bei einer Kontrolle stellte man beim Baby eine rechtsseitige Lippenspalte fest. Mein erster Gedanke machte mir Angst: „Was wird dann mit dem Stillen- und normale Entbindung im Geburtshaus ist wohl dann unmöglich.“ Die Ärztin beruhigte mich und sagte dass eine normale Entbindung durchaus möglich sei. Erst nachdem ich mit Tamar telefonierte und sie mir die Angst nahm, ging es mir besser. Natürlich machten wir uns immer wieder Gedanken darüber - aber Gott gab uns Frieden.

Nach dieser Diagnose fragten uns viele warum wir denn unbedingt im Erzgebirge entbinden wollen und dann auch noch im Geburtshaus. Die Antwort ist einfach! Unsere beiden ersten Söhne Linus(4 ,5 Jahre) und Levi (2Jahre) kamen auch schon im Geburtshaus zur Welt. Dieses besondere Erlebnis, eine natürliche und vertrauensvolle Umgebung zur Geburt zu haben, wollte ich nicht missen. Außerdem kannten wir die Hebammen und die Hebammen uns. Unsere ganze Vorgeschichte war ihnen bekannt- die beste Vorrausetzung!

Im Juli dann, 8 Wochen vorm Entbindungstermin, nisteten wir uns bei der Familie im Erzgebirge ein. Wir wohnen ja schon seit 2 Jahren im Frankenland, aber einen besseren Geburtsort wie das Geburtshaus Glühwürmchen gab es für uns nicht. Und so genossen wir den Sommer bei Oma und Opa und ich genoss nun endlich die Ruhe in meiner Schwangerschaft. Nur noch ins Geburtshaus zu den Vorsorgen, kein Ultraschall mehr und keine Aufregung. Maria und Aline nahmen sich immer sehr viel Zeit für mich und meinen „Bauch“. Der Geburtstermin war erreicht und wir wurden immer neugieriger und nervöser, denn der Papa hatte nur noch ein paar Tage Urlaub. So kam es leider das wir ohne Baby im Arm uns wieder von unserem Papa verabschieden mussten und er wieder zur Arbeit fuhr. Die Entfernung machte 3 Stunden aus – wohl zu schaffen wenn es losgehen sollte, aber ich hatte immer schon starke Übungswehen und der Muttermund war auch schon 5cm auf. Doch das Baby wollte noch  nicht auf die Welt. So warteten und warteten und beteten wir dass alles GUT wird. Außerdem beschäftigte mich das organisatorische „Drumherum“ sehr. Wer fährt mich denn ins Geburtshaus wenn die Wehen losgehen? Tamar war die ganze Zeit für uns da. Sie war „Rufbereit“ und „Fahrbereit“ und so konnte sie mir wieder einmal die Angst nehmen.

Es tat sich nichts. Langsam wurde ich ungeduldig und sehr traurig. Muss ich zum Einleiten ins Krankenhaus? Mittlerweile war ich schon 12 Tage über den Termin und mein Mann über 300km von uns entfernt. Eine echte Glaubens- und Bewährungsprobe. Am 29.08.2013 beschloss ich einen langen Spaziergang zu machen- es war ein herrlicher Tag und ich musste meinen Kopf frei bekommen. Außerdem sollen ja Spaziergänge wehenanregend sein-  also probierte ich das auch noch aus. Ich betete viel und genoss die Sonne. Abends zum alltäglichen CTG schreiben im Geburtshaus untersuchte mich Aline noch einmal und dann fuhr ich wieder zu meiner Unterkunft mit der Hoffnung dass es endlich losgehen sollte.  Mit etwas Ziehen im Bauch brachte ich noch die Kinder ins Bett. Ich glaubte nicht wirklich an den Wehenbeginn, denn so ein Ziehen hatte ich in den letzten 3 Wochen öfters. Doch als es dann um 21 Uhr immer mehr nach unten drückte wusste ich es wird ernst. Ich rief meinen Mann an, dass er sich auf den Weg machen sollte. Er fuhr sofort los, ließ alles stehen und liegen, denn immerhin lagen noch 3 Stunden Autofahrt vor ihm. Ich rief dann Tamar an und sie holte mich ab. Ihre Freude war groß, dass Gott uns nun doch das Geschenk einer Geburtshausgeburt macht. Um 21.45 Uhr waren wir dann im Geburtshaus angekommen und die Wehen wurden stärker,  aber noch zum Aushalten. Aline hatte alles schön gemacht. Kerzen brannten, Musik lief und ich durfte es mir in meinem „ gelben Wunschzimmer“ gemütlich machen. Das Aufnahme-CTG wurde geschrieben und das Baby schlief... Wir wollten das CTG gerne abhaben und so überlegten wir alle, wie wir das Baby wecken könnten. Dann wurden ein paar schöne Kurven aufgezeichnet und schon konnte das CTG abgemacht werden. Aber nun wollte ich mich erst mal kurz legen, denn die Wehen wurden stärker und ich musste mich darauf konzentrieren und veratmen.

Jetzt ging alles ziemlich schnell. Die Presswehen kündigten sich an und der Papa war noch nicht da. Ständig wurde mit ihm Telefonkonferenz gehalten. Er würde aber bald da sein. Ich wollte nur noch meinen Mann zur Seite haben, der mit mir die Schmerzen erträgt und das neue Leben begrüßt. Endlich ging die Tür auf und er war da- es war kurz nach Mitternacht. Durch die gelöste Anspannung ging es dann ganz schnell und Jonatan erblickte um 0.27 Uhr das Licht der Welt. Er war etwas fertig durch die schnelle Geburt, aber erholte sich schnell. Wir legten uns alle ins Bett und genossen die ersten Minuten mit unserem neuen Baby. Er war trotz Lippenspalte so vollkommen, gesund und in unseren Augen wunderschön! Nach wenigen Minuten suchte Jonatan die Brust. Ein Wunder begann. Tamar legte ihn gleich mit einer Ruhe und lieben Worten an. Sofort fing er an zu saugen. Ich war glücklich-ich konnte mein Kind stillen. Die nächste Freude war, dass ich nicht schlimm gerissen war, was nicht selbstverständlich war, denn Jonatan hatte stolze 4600g, mit 56cm Körperlänge und 37,5cm Kopfumfang. So konnten wir ganz entspannt und in Ruhe die ersten Stunden im Geburtshaus genießen und danach im Sonnenaufgang wieder in die vertraute Umgebung fahren.

Am Morgen bei Oma und Opa waren die zwei stolzen Brüder ganz aus dem Häuschen, das jetzt unser Baby da ist. Sie streichelten ihren Bruder und vergaben auch schon erste Küsschen.

Wir waren überwältigt von dem ganzen Ablauf und wie Gott es alles gut gemacht hat, trotz der langen Wartezeit. Wir können jetzt sagen, dass alle drei Kinder Geburtshauskinder sind. Ist das nicht ein Grund zum Jubeln? Auch das der Papa es noch rechtzeitig zur Geburt schaffte.

Wir können das Geburtshaus und die tollen und erfahrenen Hebammen nur empfehlen und wünschen für die Zukunft Gottes reichen Segen und viele, viele BabysJ

Teresa und Heiko Reiher mit Linus, Levi und Jonatan aus Rimpar

 

 

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