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Geburt von Baby Helena am 10.09.2014

Nachdem bereits vor zwei Jahren unser erstes Kind das Licht der Welt im Geburtshaus erblickte, war es ein großer Wunsch von uns, dass auch unser zweites Kind dort geboren wird. Da ich aber leider direkt nach der Entbindung vor zwei Jahren wegen einer Schwangerschaftsvergiftung ins Krankenhaus verlegt werden musste und die Gefahr dafür bei einer zweiten Schwangerschaft wieder besteht, waren wir diesbezüglich etwas ängstlich, dass unser Wunsch nicht in Erfüllung gehen wird.

Ca. in der 22. SSW nahm ich diesmal Kontakt mit Hebamme Tamar auf und fragte sie, ob sie uns wieder im Geburtshaus entbinden lassen würden. Tamar sagte, dass sie die Situation im Team besprechen wird und ich meinen Frauenarzt um seine Meinung fragen soll. Glücklicherweise sprach laut Arzt zu diesem Zeitpunkt nix gegen eine Geburt im Geburtshaus und auch das Geburtshaus-Team stimmte zu, worüber wir uns wahnsinnig freuten. Ab da hofften wir nur noch, dass die Schwangerschaft weiterhin so super verläuft.

In der 38. SSW angekommen, war kein Anzeichen von einer Schwangerschaftsvergiftung in Sicht und mir ging es gut. Unser Baby hatte sich noch nicht gesenkt und ich hatte mich darauf eingestellt, eh über den Termin zu gehen. Am 10.09.2014, das war 10 Tage vor dem errechneten Geburtstermin, habe ich früh wie üblich unseren zweijährigen Sohn in die Krippe geschafft und verspürte auf dem Weg dorthin ein leichtes Ziehen. Ich bin allerdings davon ausgegangen, dass es sich wohl um Senkwehen handelt und war deshalb erst mal unbesorgt. Wieder zu Hause angekommen stellte ich allerdings fest, dass das Ziehen doch regelmäßig war und belas mich kurz im Internet, dass das eher untypisch für Senkwehen ist. Als die Schmerzen (ich habe es zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Wehen wahrgenommen) im Zehnminutentakt kamen, entschied ich mich gegen halb 11 jedoch dazu, mal im Geburtshaus anzurufen und die Hebammen um Rat zu fragen. Von uns zu Hause bis nach Annaberg war es nämlich eine gute Stunde Fahrt und ich war unsicher, ob wir schon aufbrechen sollten oder nicht. Tamar empfahl mir ein heißes Bad zu nehmen und zu schauen, ob die Wehen dadurch stärker oder eher wieder schwächer werden. Ich ging dann also für ca. 15 Minuten in die Wanne und danach waren die Wehen tatsächlich stärker. Mein Partner hatte derweil unseren Sohn aus der Krippe geholt und als sie da waren, sind wir gegen 11.45 Uhr nach Annaberg losgefahren. Gleich nach der Abfahrt rief ich Adele an, die zu diesem Zeitpunkt Rufbereitschaft hatte, um sie zu informieren, dass wir gegen 13 Uhr da sein werden. Mittlerweile nahm ich die Schmerzen eindeutig als Wehen wahr und sie waren auch zum Teil recht stark und die Abstände wurden immer kürzer. Mein Partner gab sein Bestes schnell und sicher voranzukommen, ich veratmete jede Wehe ohne einen Ton von mir zu geben, um unseren Sohn nicht zu verängstigen. Je weiter wir kamen, desto mehr verspürte ich einen Druck nach unten, was ich noch von der Geburt unseres Sohnes zu fortgeschrittenem Zeitpunkt kannte.

Es war ca. 12.50 Uhr als wir endlich das Geburtshaus erreichten und mir ein Stein vom Herzen fiel. Ich stieg aus und bin sofort reingegangen, während mein Partner noch unseren Sohn an die Oma übergab, die bereits vor der Tür gewartet hat. Drinnen wurde ich ganz lieb von Adele und Catharina empfangen und wir gingen direkt in das lila Geburtszimmer. Ich zog schnell meine Hose aus, ging noch einmal auf die Toilette und hockte mich dann direkt auf die Matratze, die vor dem schönen Himmelbett lag. Ich berichtete Adele, dass ich schon Pressdrang verspüre und bat sie mal nachzuschauen, ob ich mitdrücken kann. In dem Moment kam die nächste Wehe und ich presste mit. Dabei sprang die Fruchtblase und es fühlte sich für mich wie eine kleine Erleichterung an, da der Druck etwas verschwand. Adele begann dann bereits damit mir warme Kaffeekompressen auf den Damm zu legen und da realisierte ich erst mal, dass die Geburt unseres zweiten Kind nicht mehr lange auf sich warten lässt. Schon hatte ich die nächste Wehe, bei der das Köpfchen geboren wurde und eine weitere Wehe später war unser zweites Baby da. Es war 13.07 Uhr und wir waren gerade mal eine gute viertel Stunde im Geburtshaus. Etwas überrollt von der Schnelligkeit der Geburt drehte ich mich um, nahm unser Baby in den Arm und wir machten es uns im Bett gemütlich. 

Wir freuten uns sehr darüber, dass wir die Zeit nach der Geburt diesmal in aller Ruhe genießen konnten und keine Verlegung ins Krankenhaus anstand. Adele überprüfte regelmäßig meinen Blutdruck, welcher jedes Mal in Ordnung war. Wir wurden mit liebevoll belegten Brötchen versorgt und es herrschte eine schöne, ruhige und entspannte Stimmung im Raum. Gegen 16 Uhr badeten wir Helena und eine halbe Stunde später kam ihr großer Bruder, um sie zu begrüßen. Catharina machte dann die U1 und danach fuhren wir zu viert nach Hause.  

Wir sind den Hebammen im Geburtshaus dankbar dafür, dass sie auch die Geburt unseres zweiten Kindes zu einem solch schönen Moment gemacht haben, den wir nie vergessen werden.

 

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