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 Geburt von Baby Gloria am 14.09.2014

 

Zum zweiten Mal im Leben durfte ich anhand meiner Zyklusaufzeichnungen feststellen, dass ich schwanger war. Wie beim ersten Mal auch schon waren die Hebammen des Geburtshauses nach meinem Gatten so ziemlich die Ersten, die davon erfuhren. In der 8. Woche war ich bei Adele zur Erstuntersuchung und habe die Schwangerschaft in meinen Mutterpass eintragen lassen. Die Vorsorgeuntersuchungen im Geburtshaus habe ich auch diesmal wieder als sehr angenehm empfunden, da die Hebammen immer ein offenes Ohr für meine Fragen hatten und sich Zeit für mich und mein Baby nahmen. Auch meine Tochter Tabita durfte bei den Untersuchungen dabei sein und wurde sehr schön mit einbezogen. Ein einziger Frauenarztbesuch für eine Ultraschalluntersuchung reichte mir völlig aus, da die Schwangerschaft problemlos verlief und keinerlei Auffälligkeiten zu erkennen waren.

Bei der Wahl des Geburtsortes gab es für mich gar keine Frage. Da ich beim ersten Mal eine wunderbare Geburt im Geburtshaus erlebt hatte, wollte ich natürlich auch diesmal wieder dorthin. Ich fand es super, dass die Hebammen meine speziellen Wünsche in Bezug auf die Geburt so ernst nahmen und im Vorgespräch ausführlich darauf eingegangen wurde. Beispielsweise wollte ich wieder versuchen, mein Baby selber zu entwickeln (das hatte leider bei Tabitas Geburt nicht geklappt).

Ganz so entspannt wie beim ersten Mal war ich jetzt allerdings nicht mehr, denn die Geburt meines ersten Kindes war derart fix gegangen, dass ich es damals gerade noch bis ins Geburtshaus geschafft hatte. Nun war ich etwas nervös, denn es heißt ja gemeinhin, dass die Geburt beim zweiten Kind schneller geht als beim ersten. Ich befürchtete, falls es tatsächlich wieder eine solche Blitzgeburt werden sollte, dass wir es womöglich nicht bis ins Geburtshaus schaffen würden, zumal wir diesmal erst losfahren konnten, wenn die Betreuung unserer Tochter sichergestellt war.

Als Geburtstermin hatte ich den 16.09.2014 ausgerechnet und ich war darauf eingestellt, dass das Baby sich noch etwas mehr Zeit lassen würde, da ich beim ersten Mal auch über den Termin gegangen war. Dementsprechend war ich ziemlich überrascht als schon am 13.09. gegen 23.15 Uhr die Fruchtblase platzte. Dieser unerwartete Startschuss sorgte bei mir zunächst einmal für ein beachtliches Maß an Nervosität. Ich schlich aus dem Schlafzimmer ins Bad, wobei ich überall Fruchtwasser verteilte, und rief meinen Mann, der eigentlich schon viel zu müde war um sich noch als Geburtshelfer zu betätigen. Er verabschiedete sich aber bereitwillig von der Aussicht auf eine ausgedehnte Nachtruhe und telefonierte mit meiner Schwester, die sich netterweise bereit erklärt hatte, während der Geburt auf unsere Tochter aufzupassen. Ich rief unterdessen Catrin an und vereinbarte mit ihr für Mitternacht einen Termin zum CTG-Schreiben. Tabita hatte glücklicherweise nichts mitbekommen und schlief selig weiter. Als meine Schwester bei uns eingetroffen war, machten wir uns auf den Weg ins Geburtshaus.

Am 14.09.2014 kamen wir um 0 Uhr im Geburtshaus an und schrieben ein CTG. Die Herztöne des Babys waren super, nur wehenmäßig war noch nicht viel los. Catrin bot uns an, die Gästewohnung des Geburtshauses zu nutzen, was wir dankbar annahmen. Falls es also recht plötzlich losgehen sollte, waren wir gleich vor Ort. Kurz vor 1 Uhr bezogen wir die Gästewohnung ganz oben im Geburtshaus. Catrin betete mit uns für die Geburt und ging wieder nach unten zu den Geburtsräumen um etwas zu schlafen. Wir hatten uns kaum hingelegt (und mein Mann war sofort eingeschlafen) als bei mir auch schon die Wehen einsetzten, die in recht kurzen Abständen kamen und zunehmend stärker wurden. Ich ließ meinen Mann noch eine halbe Stunde schlafen, dann weckte ich ihn. Wir verständigten Catrin und machten uns etwa um 1.50 Uhr auf den Weg nach unten, der für mich schon relativ beschwerlich und von einigen Wehen unterbrochen war. Im lila Zimmer angekommen, bezogen Catrin und mein Mann das Bett, während ich davor kniete und meine Wehen verarbeitete. Es ging ziemlich rasant vorwärts, auch Pressdrang stellte sich schon ein – oder anders gesagt: Ich hatte das Gefühl, dass mein Körper einfach von ganz allein schiebt, ohne dass ich dabei viel steuern kann. Wunschgemäß wurde ich in die Badewanne befördert, was ich als sehr angenehm empfand, da das Wasser den Schmerz etwas dämpfte. Catharina, unsere zweite Hebamme, begrüßte uns mit den Worten: „Diesmal schaff ich’s!“ Sie war beim ersten Mal auch schon unsere zweite Hebamme gewesen, aber damals hatte sie die Geburt verpasst, weil Tabita es dermaßen eilig gehabt hatte. Als ich auf Catrins Vorschlag hin nach dem Köpfchen meines Babys tastete, war ich total geplättet: Ich hatte erwartet, dass vielleicht ein kleines Stück davon zu ertasten wäre, aber das Köpfchen war schon fast da! Ich war etwas überrumpelt von der Geschwindigkeit der Geburt und natürlich zugleich erfreut, es bald geschafft zu haben. Eine oder zwei Wehen später machte es einfach flupp! und das Baby war da. Es musste überhaupt nix entwickelt werden; als das Köpfchen geboren war, rutschte der Rest von allein raus.

Es war 2.25 Uhr als unser Kleines das Licht der Welt erblickte. Zunächst konnte ich gar nicht fassen, was passiert war. Es wirbelte eine Menge Fruchtwasser durch die Wanne und irgendwo unter Wasser zappelte etwas Winziges. Glücklich nahm ich mein Baby in Empfang und stellte fest, dass es ein Mädchen ist. Noch im Wasser kam die Nachgeburt und mein Mann durfte unsere Kleine abnabeln. Dann wurden wir abgeduscht und noch während ich, vor der Badewanne stehend, abgetrocknet wurde, begann Gloria an der Brust zu saugen. Wir wurden zum Kuscheln ins Bett verfrachtet, mein Mann schlief sofort wieder ein und Gloria trank schon fleißig an der Brust. Nach einer Weile schaute Catrin nach Geburtsverletzungen und es waren keine vorhanden, was ich natürlich super fand. Mir ging es auch sonst richtig gut. Gloria durfte noch mit ihrem Papa kuscheln, wir bekamen etwas zu Essen und kurze Zeit später führte Catharina die U1 durch. Augenscheinlich erfreute sich unsere Kleine bester Gesundheit. Nachdem sie angezogen war und wir mit Catrin das Abschlussgespräch geführt hatten, machten wir uns gegen 6.10 Uhr auf den Heimweg.

Zu Hause angekommen, stellten wir fest, dass Tabita die ganze Geburt verschlafen hatte – besser hätte es gar nicht laufen können. Erst als wir mit dem Baby nach Hause kamen, wachte sie auf und war ganz aus dem Häuschen („BABY!!!“). Bis auf den ersten Tag, der aufgrund der großen Veränderungen ziemlich stressig war, verlief die Wochenbettzeit super. Sowohl Gloria als auch mir ging es blendend und unsere Nachsorgehebamme Adele war höchst zufrieden mit uns.

Nun habe ich zwei wunderbare, gesegnete Schwangerschaften und Geburten erlebt und bin megadankbar, dass alles so gut verlaufen ist. Wie schön, dass es das Geburtshaus und euch Hebammen gibt! Bei euch habe ich mich jederzeit wohl gefühlt; ihr habt wesentlich dazu beigetragen, dass ich meine Schwangerschaften und Geburten in sehr guter Erinnerung behalten werde. Für die Zukunft wünsche ich euch sowie allen weiteren Geburtshausbabys und ihren Familien Gottes reichen Segen.

 

Liebe Grüße von Lukas & Sindy mit Tabita & Gloria

 

 

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