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Geburt von Baby Elisa am 11.07.2012

Bereits lange bevor ich schwanger war, hatte ich öfters mal interessehalber auf der Internetseite vom Geburtshaus vorbeigeschaut und für mich war klar, wenn sich ein Baby bei uns ankündigt, soll es nach Möglichkeit dort geboren werden. Als es dann Ende letzten Jahres soweit war, nahm ich Kontakt zu Aline auf, die aber leider nur bis Ende Februar noch in Deutschland war. Bei Verkündigung des geplanten Geburtsortes im Verwandten- und Bekanntenkreis stieß man auf ein stark geteiltes Echo, und ich war eigentlich soweit mich doch für ein Krankenhaus zu entscheiden. Trotzdem fuhren wir zum Infoabend nach Annaberg. Danach war allerdings für uns sonnenklar, dass wir zur Entbindung ins Geburtshaus gehen wollen. Die weitere Betreuung übernahm dann Hebamme Sandra. Der Geburtsvorbereitungskurs bei Tamar war absolut spitze und auch mein Mann war begeistert. Nach anfänglichen Problemen in meiner Schwangerschaft fühlte ich mich zum Ende hin immer wohler, eigentlich fast bis zum letzten Tag (ET+13), was auf alle Fälle auch mit der Betreuung durch die Geburtshaushebammen zu tun hatte. Ab der 32. Woche war ich dann nämlich zur Vorsorge im Geburtshaus bei Tamar, Maria oder Catharina. Der Termin rückte näher, war vorüber und nichts tat sich. Nun lernte unser Auto die Strecke nach Annaberg schon mal auswendig. Glücklicherweise kam Sandra jedes zweite Mal zu uns nach Hause zum CTG schreiben. 12 Tage waren wir schon über Termin und wir hatten eigentlich schon die Hoffnung aufgegeben, dass sich noch irgendwas von alleine tut- unser Baby will halt einfach nicht raus. Doch endlich am 13. Tag früh platzte mit einem Plub um 6 Uhr die Fruchtblase- da wussten wir, es wird doch noch was aus unserem Wunsch im Geburtshaus zu entbinden. Also haben wir erst mal Maria angerufen, die schon im Geburtshaus bei einer anderen Geburt im Einsatz war, und über das weitere Vorgehen beraten. Ruhe bewahren, nochmal hinlegen und ausruhen, frühstücken- um 10 Uhr kam dann Sandra zum CTG-Schreiben vorbei. Wehen hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch relativ leichte und am Muttermund hat sich noch nichts weiter getan (d.h. der Vorbefund der letzten Vorsorgeuntersuchung bei Maria war immerhin schon 4 cm). Nachdem Sandra wieder weg war wurden die Wehen etwas stärker und dann kamen zwei hammermäßige Wehen wo ich schon halb auf dem Fußboden lag, da wusste ich: wir müssen jetzt unbedingt losfahren, immerhin hatten wir noch 50 Minuten Autofahrt vor uns und bei diesen Wehen hatte ich keine Ahnung wie ich die Fahrt aushalten soll. Also haben wir bei Tamar und Sandra nochmal angerufen und sie informiert, dass wir jetzt losfahren. Während der Fahrt beruhigte sich die Lage wieder, sodass wir uns in Scheibenberg noch was beim Bäcker holen konnten und als wir um 12 Uhr im Geburtshaus ankamen war alles wieder ruhig und mir ging es super. Tamar begrüßte uns herzlich und sagte uns, dass unsere kleine Maus heute oder morgen kommen wird. Heute klang gut, morgen naja, solange hatte ich eigentlich nicht vor zu warten. Glücklicherweise war die Ferienwohnung im Geburtshaus gerade fertig geworden und wir konnten es uns dort zunächst gemütlich machen. Nach Hause fahren wollte ich beim besten Willen nicht mehr und spazieren in der Stadt war auch eher ungünstig, da nach wie vor immer wieder bei Bewegung eine kleine Ladung Fruchtwasser kam. Tamar wollte noch kurz was in der Stadt erledigen und um 17 Uhr dann ein CTG schreiben. Dazu kam es nicht mehr- kaum war Tamar weg und wir hatten genüsslich unsere Brötchen verzehrt, setzten die Wehen wieder ein und das ganz schön heftig. Nun habe ich ganz schön angefangen zu jammern und mich gefragt wie ich das jetzt einige Stunden aushalten soll. Also hat Robert erst mal Catharina geholt, die bei der zweiten Geburt mit Maria im Einsatz war. Daraufhin hat Catharina Tamar angerufen und informiert. Kurze Zeit später hat auch Robert Tamar angefunkt, die allerdings schon im Geburtshaus angekommen war. Das war vielleicht so gegen 14:00 Uhr. Dann ging eigentlich alles recht schnell. Nachdem wir irgendwie die Treppen runter ins Geburtszimmer geklettert sind, untersuchte mich Tamar nochmal kurz mit dem Ergebnis, dass der Muttermund jetzt fast vollständig geöffnet ist. Juhu!!! Die Erlaubnis zum Mitpressen bekam ich jetzt auch und so befolgte ich Tamar´s Ratschläge eifrig um die Geburt voranzubringen. Zuerst kniend vorm Bett, dann in die Badewanne, raus und auf den Gebärhocker und dann stehend am Wickeltisch. Zwischendurch hat Tamar noch Sandra angerufen, die schnell herbeigeeilt kam und noch rechtzeitig eintraf. So wurde unsere kleine süße Tochter Elisa dann um 15:58 Uhr geboren. Sie hat auch schon gleich mitgeholfen, indem unsere kleine Maus mit ihren Armen nach draußen „schwamm", erst kam der eine Arm, der am Kopf war und dann schlüpfte der andere Arm noch heraus und flupps kam noch der kleine Körper. Das erste Mal unsere Tochter sehen und im Arm halten, das war im nach hinein für mich der schönste Moment der Geburt. Danach kletterten wir alle ins Bett und bekamen viel Zeit und leckere Brötchen und Kaffee serviert. Es war rückwirkend betrachtet ein anstrengendes aber wunderschönes Erlebnis. Unser himmlicher Vater hat alles wunderbar organisiert und gesegnet- dafür sind wir ihm von Herzen dankbar sowie auch Euch Hebammen. Wir haben uns jederzeit absolut sicher und wohl gefühlt. Wir wünschen Euch Gottes reichen Segen für eure weitere Arbeit und freuen uns beim nächsten Baby wiederzukommen!

Robert, Jana und Baby Elisa aus Stützengrün

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