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 Geburt von Baby Anikó am 01.03.2011

 Baby Anikó erzählt:

 „Noch ehe ich es mir im Bauch meiner Mama bequem machen konnte, hatte sie sich schon den Geburtsort für mich ausgesucht. Der Traum von einer friedvollen und sanften Geburt im Geburtshaus begann nach dem Besuch bei Baby Valentin. Voller Begeisterung erzählten seine Eltern von den lieben Mädels in Crottendorf, dem liebevoll eingerichteten Geburtshaus und natürlich dem großartigen Geburtserlebnis.

 Als ich dann endlich bei Mama eingezogen war und dies mit einem ersten Schnappschuss auch bestätigt werden konnte, rief sie sofort in Crottendorf an und vereinbarte mit Tamar einen Termin für ein Kennenlerngespräch und eine Vorsorgeuntersuchung. Schon der erste Kontakt gab meiner Mami die Gewissheit in den besten Händen zu sein.

Nun galt es nur noch den Papa zu überzeugen … so gingen wir mit ihm zur nächsten Vorsorge und später dann zum Infoabend. Keine Frage, auch er war begeistert und so stand fest, dass ich ein Geburthausbaby werden sollte. Mit jedem Besuch im Geburtshaus verliebten sich meine Eltern mehr in diese kuschelige, warme und friedvolle Umgebung und genossen die liebevolle herzliche Atmosphäre.

Umso trauriger meine Mami als sie am 31.01.2011 zur Kontrolle ins Krankenhaus musste, weil sie mit mir im Schwimmbad gepurzelt war, und dort tatsächlich leichte Wehen auf dem CTG angezeigt wurden. Für eine Geburt im Geburtshaus war es zu diesem Zeitpunkt noch  zu früh. Meine Mami konnte in dieser Nacht im Krankenhaus keine Ruhe finden und bete immerzu, dass alles wieder gut würde und der Traum nicht zerplatzte. Am Morgen konnte dann auch das CTG keine Wehentätigkeit mehr aufzeichnen und eine weitere Ultraschalluntersuchung ergab, dass es mir im Bauch wirklich gut ging und alles in Ordnung war. So fuhren wir erleichtert wieder nach Hause und Mami ging nicht mehr zum Schwimmen.

 Leider sollte es nicht der einzige Besuch im Krankenhaus bleiben … so fanden wir uns am 23.02.2011 nach einem schlechten CTG wieder im Kreißsaal ein. Die kalte klare Ansage, dass es sich hier um ein „hochpathologisches CTG“ handelte und in jedem anderen Fall (soll heißen bei Frauen die keine Sperenzchen machen) „sofort eingeleitet werden würde“ brachte Mami an den Rand der Verzweiflung. Nach reiflicher Überlegung, einigen Gesprächen mit Tamar, die Trost spendete und Rat gab, sowie 2 weiteren wirklich guten CTGs entschlossen sich meine Eltern auf eigene Gefahr hin heimzugehen. Meine Mami hatte wirklich tief in sich hinein gehorcht und gebetet, dass es doch bitte die richtige Entscheidung sei, die sie da trifft. Ein Ultraschall bestätigte wieder, dass ich wohl auf war und die Versorgung super funktioniert. Bei den schlechten Herztönen hatte es sich allem Anschein nach um Mamis Puls gehandelt.

 Ja, von nun an ging es jeden Tag nach Crottendorf zum CTG, so auch am 28.02.2011. dem errechneten Geburtstermin. Als sich eine leichte Wehentätigkeit abzeichnete scherzten meine Eltern mit Hebamme Sandra, wie tolles es doch wäre wenn ich heute noch auf die Welt käme … Sie rechneten aber nicht wirklich damit, und taten es als Übungswehen ab. Ich allerdings saß schon auf meinem gepackten Koffer und warte nur auf den richtigen Moment, mich auf den Weg zu machen. Am selben Abend noch versuchte ich Mami durch rüpelhaftes Benehmen darauf aufmerksam zu machen, dass es langsam erst würde, doch sie begriff das erst als der Schleimpfropf ins Heublumenbad plumpste und so gegen 22.00 Uhr dann die seltsamen Rückschmerzen langsam rhythmisch wurden. Um Papi nicht ins Schwitzen zu bringen behielten wir´s erstmal für uns. Meine Eltern gingen so gegen halb elf dann ins Bett. Papi schlief und Mama machte sich Gedanken, ob sie nicht vielleicht doch was sagen sollte, da an Schlafen schon nicht mehr so wirklich zu denken war. Also wurde der Papa wieder geweckt und bei Tamar angerufen. Tamar meinte, dass wir ruhig gerne vorbei kommen könnten, sie aber nicht glaube, dass es schon so weit sei, da Mami noch so ruhig und gefasst mit ihr telefonierte. So sind wir dann halb eins in der Nacht in Crottendorf eingetrudelt. Da sich am Muttermund noch nichts getan hatte riet sie meinen Eltern noch einmal heimzufahren, spazieren zu gehen und vor allem noch ein bisschen zu schlafen. Heimfahren und spazieren ja, aber schlafen – keine Chance. Papa war es, der morgens halb 5 wieder bei Tamar anrief. Mama war immer noch der Meinung, es sei nichts weiter, obwohl sie sich nun schon bei jeder Wehe auf den Tisch aufstützte und Papa einen scheinbar sehr beunruhigenden Anblick bot. „Wir können doch nicht schon wieder anrufen und da rüber fahren. Dann ist vielleicht wieder nichts.“  

Viertel fünf waren meine Eltern wieder im Geburtshaus, da Papa nicht locker ließ. Zum Glück, denn später gab Mami zu, dass sie’s schon beinah nicht mehr sitzend im Auto aushalten konnte und alles getan hätte um stehen oder knien zu können. Tamar untersuchte noch mal und tatsächlich - der  Muttermund hatte sich auf 4 cm geöffnet. Nun hieß es Aufnahme-CTG schreiben. Da ich mich wieder sehr ruhig verhielt als dies geschah und mich auch durch das übliche Ruckeln und Anschubsen, Wasser trinken und Mama umlagern nicht wecken ließ, sah Tamar den Traum meiner Eltern ernsthaft in Gefahr und war (wie Mama zum Glück erst später erfuhr) kurz davor uns zu verlegen.

Mit Gitarre und Gesang ließ ich mich dann doch aus der Reserve locken und malte noch „ein paar schöne Zacken“ auf’s Papier.

Von da an strampelte ich regelmäßig und richtig fleißig, damit Mami, Papi und Tamar sich keine Sorgen mehr machen mussten.

 Mama hatte jetzt echt schon ganz schön zu tun. Tamar bot ihr ein Bad an um das Ziehen und Drücken im Kreuz besser ertragen zu können. Gegen dreiviertel acht stieg Mama in die Wanne und konnte es dort, dank Papis starker Hand, die in den Wehen immer kräftig gegen drückte und Tamar's ruhigem ermunterndem Zuspruch eine ganze Weile gut aushalten. In den Wehen halfen Ihr die beiden immer flink ins Seil, so dass sie sich dort gut abstützen konnte. Gegen neun waren die Wehen dann schon so stark, dass Tamar Mama darauf hinwies, auf alle Fälle mit dem Pops im Wasser zu bleiben wenn ich geboren würde. Mama war nun schon ein bisschen wackelig, da sie einige Zeit in der Wanne kniend zugebracht hatte und sich immer wieder im Seil abstützen musste. Weil sie sich nicht sicher war, ob sie  in dieser Position wirklich den Pops im Wasser behalten konnte entschied sie sich viertel zehn die Wanne wieder zu verlassen. In den nächsten Wehen, die Mama stehend am Wickeltisch erlebte, begann ich nun kräftig mit nach unten zu schieben. Selbstverständlich strampelte ich immer wieder fleißig, um allen zu zeigen, dass es mir gut ging. Inzwischen war Mami mit der Hilfe von Papi und Tamar auf’s Bett geklettert, wo dann kurz vor zehn die Fruchtblase platzte. Als nun die Presswehen einsetzten riet Tamar zu einem Positionswechsel um die Geburt besser voranzubringen. So versuchte sich meine Mami auf dem Hocker und in der Seitenlage womit sie allerdings nicht zu recht kam. Kurz vor elf kniete sie dann wieder im Bett und fand Halt im Seil und in Papis ermutigenden Blicken. Zwischenzeitlich waren auch Paula und Katrin eingetroffen und unterstützten Tamar. Paula schoss nun die Fotos und Katrin kümmerte sich um’s Protokoll. 11.09 Uhr war es dann endlich so weit. Nachdem meine Mami noch ein paar Mal kräftig mit geschoben hatte traute ich mich nach draußen. Tamar nahm mich sanft in Empfang und hieß mich mit liebevollen Worten willkommen. Danach legte sie  mich in die Arme von Mami und Papi und kuschelte mich in die angewärmten Handtücher. Es wurde geschmust und es flossen Tränen der Freude und Erleichterung. Der Wunsch meiner Eltern, unser großer Traum, war in Erfüllung gegangen. Meine Eltern hielten ihr Geburtshausbaby im Arm und beschlossen noch in diesem Moment, dass es auf jeden Fall ein Geschwisterchen geben soll, welches genau so ruhig und entspannt auf die Welt kommen darf wie ich, dann allerdings im neuen Geburtshaus in Annaberg.“

Voller Liebe und Dankbarkeit denken wir immer wieder an dieses wunderbare Erlebnis zurück. Danke ihr lieben Mädels, dass ihr euch so hingebungsvoll für unseren Wunsch, Anikó bei euch zur Welt bringen zu dürfen eingesetzt habt. So konnte unser Traum wahr werden

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